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Blattsalat Lebenshilfe: DAS LETZTE HEMD ÜBERLASSEN WIR NICHT DER POLITIK

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DAS LETZTE HEMD ÜBERLASSEN WIR NICHT DER POLITIK

Guten Abend beim Blattsalat Lebenshilfe.

Unser Redakteur Stefan hat heute in der BAZ einen Artikel über Sterbehilfe gelesen. Verfasst von der Senatorin Julia Unterberger. Deshalb beschäftigen wir uns heute mit einer Frage, die früher Philosophen diskutierten und heute Ausschüsse.

Darf ein Mensch über sein eigenes Lebensende entscheiden?

Eine schwierige Frage.

Denn sobald das Thema auftaucht, stehen sofort Politiker, Juristen, Ethiker, Bischöfe, Experten, Kommissionen, Unterkommissionen und Arbeitsgruppen bereit, um dem Betroffenen zu erklären, wie er über sein eigenes Leben zu denken hat.

Das ist beruhigend.

Denn wer könnte besser wissen, wie man sterben soll, als Menschen, die sich seit drei Legislaturperioden nicht auf die Farbe eines Radweges einigen können?

Die einen sagen:

Das Leben gehört Gott.

Die anderen sagen:

Das Leben gehört dem Staat.

Wieder andere sagen:

Das Leben gehört der Gesellschaft.

Der Betroffene selbst sitzt inzwischen in der letzten Reihe und fragt vorsichtig:

„Entschuldigung … und mir? Gehört es vielleicht auch ein bisschen mir?“

Darauf herrscht meist betretenes Schweigen.

Interessanterweise darf der moderne Mensch heute fast alles selbst entscheiden.

Er darf sein Geschlecht wechseln.

Seinen Wohnort wechseln.

Seine Religion wechseln.

Seine politische Überzeugung wechseln.

Seinen Stromanbieter wechseln.

Nur beim Tod wird plötzlich ein Formular verlangt.

Offenbar ist die Freiheit ein wunderbares Gut.

Außer sie wird endgültig.

Der französische Philosoph Jean Améry schrieb einst sinngemäß, dass der Mensch das Recht haben müsse, seine Mitgliedschaft in dieser Welt zu kündigen.

Ein harter Gedanke.

Aber vielleicht steckt darin eine Frage, die niemand endgültig beantworten kann:

Gehört unser Leben uns?

Oder sind wir nur die vorübergehenden Verwalter eines Hauses, dessen Eigentümer nie ganz geklärt wurde?

Der Blattsalat weiß es nicht.

Aber eines weiß er:

Das letzte Hemd hat keine Taschen.

Und deshalb sollten wir vielleicht aufpassen, wem wir es überlassen - bestimmt nicht politischen Strömungen.

Einen schönen Abend. bis zum nächsten Blattsalat Lebenshilfe.

Видео Blattsalat Lebenshilfe: DAS LETZTE HEMD ÜBERLASSEN WIR NICHT DER POLITIK канала Blattsalat Stefan Tschenett
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